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Ursprung

Der Ursprung von Schloss Steyregg liegt leider im Dunkeln. Steinbeil- und Reibsteinfunde am Schlossberg sowie römische Utensilien deuten zwar auf eine Besiedelung von der Steinzeit bis zur Antike hin, belegen aber nicht das Vorhandensein einer Wehranlage.

Steinzeit

Während der Sanierungsarbeiten im Jahre 2004 wurde bei Grabungen am Fundament des romanischen Wehrturmes ein frühsteinzeitlicher Tüllenlöffel gefunden. Dieser und andere Funde aus der Steinzeit beweisen: Steyregg war bereits vor über 7.000 Jahren bevölkert. 

Einzigartig ist das Vorhandensein von Tonscherben von Kulturen sowohl aus der Gegend des heutigen Bayern als auch aus dem heutigen Ungarn. Ein Kontakt zwischen der „Lengyelkultur“ mit ihrer bemalten Keramik und der „Gruppe Oberlauterbach“ mit ihrer beritzten Keramik konnte Dank der Steyregger Funde erstmalig nachgewiesen werden.

Kelten

Die Geschichte von Steyregg weiß zwar über die Zeit der Kelten nicht viel zu berichten, fest steht aber, dass es am Pfenningberg, zu dem auch der Schlossberg gehört, Kultorte gab. Wer mit der Wünschelrute umzugehen weiß, erkennt: Schloss Steyregg liegt auf einem besonderen Kräfteknotenpunkt.

Römer

Auch die Römer haben ihre Spuren hinterlassen. Während im benachbarten Linz (lat. Lentia) ein römisches castrum errichtet wurde, stand in Steyregg der Handel im Vordergrund. 

Seit eh und je spielte der Handel für Steyregg eine große Rolle. Der Traunfluss mündet an der gegenüber liegenden Seite von Steyregg in den Donaustrom. Inseln in der ehemals kilometerbreiten Donau-Au gestatteten ein verhältnismäßig ungefährliches Überqueren des tückischen Flusses.

 

Mittelalter

Im Mittelalter kamen verstärkt Salz und Erze den Traunfluss entlang nach Steyregg und wurden die Donau auf- und abwärts transportiert. Waren wurden auch Richtung Norden nach Böhmen transportiert und gegen Gebrauchsgüter aller Art aus den böhmischen Werkstätten eingetauscht. 

In der von Bernhard Noricus verfassten Chronik des Klosters Kremsmünster wird die alte Burganlage „castrum Staierekk“ als Altbesitz des Klosters erwähnt. Demnach habe bereits im Jahre 777 bei Gründung des Klosters Kremsmünster Steyregg als Burganlage bestanden. 

Wenngleich Abschriften von Dokumenten keine historisch verifizierbaren Quellen darstellen, so wurde zumindest mit dem Freilegen romanischer Fundamente und Mauern der Burganlage Steyregg ein Alter von rund 1.000 Jahre bestätigt. 

1070 bis 1100 erfolgt ein Ausbau der Burg Steyregg durch Herzog Ottokar von Steyr. Steyregg diente als östlichster Vorposten des zu dieser Zeit weitläufigen Herzogtums Steiermark. 

Im 13. Jahrhundert befindet sich die Herrschaft Steyregg als Lehen des bischöflichen Hochstiftes Passau in der Hand der Wildoner und Kuenringer. 

Ulrich von Capellen, der entscheidend am Sieg Kaiser Rudolfs I. von Habsburg bei der Schlacht am Marchfeld beigetragen hat, erwirbt 1278 die Herrschaft Steyregg. In dieser Zeit erhält Steyregg das Markrtrecht und die niedere Gerichtsbarkeit. 

1406 bis 1580 nennen die Liechtensteiner die Herrschaft Steyregg ihr Eigen und bewirken dessen Erhebung zur Stadt und Blutsgerichtsbarkeit unter Kaiser Maximilian I.

 

Neuzeit

Die höchste Blüte erreichen Schloss und Stadt Steyregg unter der Herrschaft der Jörger Freiherrn von Tollet 1581 bis 1631. Das Schloss wird im Renaissancestil ausgebaut, erhält zusätzlich zur katholischen Kapelle ein protestantisches Betshaus, eine gut sortierte Bibliothek und eine wertvolle Bildergalerie alter Meister. 

Mit dem Aussterben der Jörger geht der Besitz auf die Ungnad Reichsgrafen und Herren von Weissenwolff Freiherrn von Sonegg über. Zu dieser Zeit gehören die Stadt Grieskirchen, Schloß Reuth, Kematen, Parz, Reinleithen, Schloß Ensegg, Burg Enns, Rechberg in Niederösterreich, Spielberg, Luftenberg, Lustenfelden, St. Georgen an der Gusen und Au, Naarn, Maria Laab und zahlreiche weitere Besitzungen zur Herrschaft Steyregg.

 

20. Jahrhundert

1917 stirbt Nikolaus Ungnad Reichsgraf und Herr von Weissenwolff, der letzte männliche Namensträger. Durch die Hochzeit seiner Schwester befindet sich der Besitz für zwei Generationen in der Hand der Familie Thurn und Taxis.

Irene Prinzessin von Thurn und Taxis heiratet 1940 Niklas Altgraf zu Salm-Reifferscheidt-Raitz, welcher die Besitzungen der Herrschaft Steyregg übernimmt.
Er hat mit der Übernahme des Betriebes kein leichtes Los gezogen. Der Zweite Weltkrieg hatte sichtbare Spuren und offene Wunden hinterlassen.

Weite Teile des Steyregger Gemeindegebiets auf der südlichen Donauseite waren durch Adolf Hitler der Stadt Linz einverleibt worden. Auf einer dieser Flächen wurden die sogenannten "Hermann-Göring-Werke" als Stahl- und Rüstungsindustrie errichtet, welche die Alliierten durch Bombenabwürfe zerstören wollten. Leider fielen ca. 8.500 Bomben auf der falschen Donauseite auf Steyregger Gemeindegebiet. Beim ersten Bombenangriff erhielt das "Neue Schloss" am Fuße des Schlossberges einen Bombentreffer und mußte in der Folge abgerissen werden. Jedes zweite Gebäude in Steyregg war durch Fliegerbomben beschädigt.
Der Forstbetrieb war ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Noch heute sind zahlreiche Bäume mit Bombensplittern gespickt und damit als Sägeholz unbrauchbar.

Verschärfend kam auch noch die ökologisch sowie wirtschaftlich katastrophale Schädigung des Steyregger Waldes durch die giftigen Emissionen der Industrie hinzu. Steyregg war in den 1950er Jahren die erste Gemeinde Österreichs, in der das industriebedingte Waldsterben großflächig sichtbar wurde. Heute ist das Problem der Luftverschmutzung aufgrund neuer Technologien, behördlicher Auflagen und der Investitionsbereitschaft der Industrie weitgehend gebannt. Der Heilungsprozess der Natur ist aber noch lange nicht abgeschlossen.

ÖR Ing. Niklas Salm-Reifferscheidt, der Sohn des ersten Salm'schen Eigentümers auf Steyregg widmete sich seit der Betriebsübernahme dem Auf- und Ausbau der eh. Herrschaft Steyregg. Seinem Engagement ist die wirtschaftliche Stabilität des Betriebes zu verdanken. Er übernahm 1970 den väterlichen Besitz und ist mit Nathalie Gräfin von Neipperg verheiratet.